Digital und zukunftsfähig


 

21. Januar 2021

Digital und zukunftsfähig -
Kulturfördervereine und Jugendliche gemeinsam für die Kultur in Rheinhessen

 

„Digitaler Werkzeugkasten für Kulturfördervereine“ heißt das vom Bund und dem Land Rheinland-Pfalz geförderte Projekt, in dem sich Kulturfördervereine und Jugendliche in Rheinland-Pfalz zusammengetan haben, um den Vereinen – gerade auch in der Krise – ihre Arbeit mithilfe digitaler Programme zu erleichtern.

Das von medien+bildung.com, einer Tochter der Landesmedienanstalt RLP, zusammen mit dem DAKU Dachverband der Kulturfördervereine in Deutschland im April 2020 im ländlichen Raum Rheinhessens gestartete Projekt verfolgt gleich mehrere Ziele: Neben der Unterstützung bei der Arbeit der Engagierten für die Kultur soll es den Kontakt zwischen den Generationen fördern und so neue Impulse für die Region schaffen. Dieses Bundesland ist die zweite Station des 2019 mit dem Power On e. V. in Mecklenburg-Vorpommern initiierten Projekts.
Nach einem Dreivierteljahr der Zusammenarbeit zwischen kulturfördernden Ehrenamtlichen, medienaffinen jungen Menschen und Medienpädagogen wurde am 21.01. in einer virtuellen Abschlusstagung Bilanz gezogen.

Ministerpräsidentin Malu Dreyer sagte in ihrem Grußwort: „Die Digitalisierung ist eine der großen Herausforderungen unserer Zeit. Welche Chancen sie tatsächlich bietet und wie überlebenswichtig sie ist, das haben wir alle in den vergangenen Monaten der Pandemie erlebt. Sämtliche gesellschaftlichen Bereiche sind davon betroffen, auch die Zivilgesellschaft, allen voran unsere Vereine“. In der Kombination aus dem Einsatz neuer Medien im Vereinsleben und der Unterstützung durch digital affine und geschulte jungen Menschen trage das Projekt auch zur Begegnung und zum Dialog der Generationen bei, lobte Ministerpräsidentin Malu Dreyer.

„Die Kulturarbeit ist gerade in diesen Zeiten besonders wichtig. Dass sie in den vergangenen Monaten stattfinden konnte und auch weiterhin stattfinden wird, verdanken wir den vielen ehrenamtlichen Akteuren in den Kulturfördervereinen“, so Kulturminister Konrad Wolf. Er fügte hinzu: „Kultur lebt bekanntermaßen von Vielfalt, auch über die Generationen hinweg. Ich finde es daher eine schlüssige Idee, dass Jugendliche und junge Erwachsene in die Rolle von Technikscouts schlüpfen und ihr Know-how an Vereine vermitteln. Aber sie nehmen auch die Perspektive von Kulturnutzerinnen und -nutzern ein und engagieren sich unmittelbar für die Kulturarbeit vor Ort. Insofern gibt es viele Facetten, die den digitalen Werkzeugkasten attraktiv machen."


Sieben lokale Kulturfördervereine und zehn junge Engagierte zwischen 19 und 24 Jahren erarbeiteten gemeinsam passende digitale Werkzeuge für die Vereine. In mehreren Workshops wurden die jungen Projektteilnehmenden von Experten geschult, um anschließend – begleitet von einem Coach – ihr Können und Wissen bei gemeinsamen Arbeitstreffen an die Kulturfördervereine weiterzugeben und zusammen mit ihnen passgenaue Anwendungen für die jeweiligen Bedarfe zu erarbeiten. Diese könnten unterschiedlicher kaum sein: So ringen beteiligte Fördervereine derzeit nicht nur um Unterstützungsmöglichkeiten bei den pandemiebedingten Einschränkungen für Proben und Auftritte, auch die Gewinnung von Nachwuchs ist für sie ein großes Thema. Demgegenüber besteht für andere Fördervereine die besondere Herausforderung darin, ihren Mitgliedern alle Informationen bestmöglich zukommen zu lassen. Wieder anderen ist daran gelegen, die Exponate der von ihnen unterstützten Museen gerade jetzt auch digital zu präsentieren.


So wurde in den Museen in Kirchheimbolanden und Alzey digitale Vermittlungsmethoden mithilfe von Tablets erprobt. Der Förderverein Projekt Osthofen unterstützte die GZ-Gedenkstätte mit einem Konzept zur Erstellung von Video-Führungen durch die Ausstellung. In Heidesheim nutzte der Förderverein Erntedankfest und Brauchtum die Beratung zum Aufbau eines sogenannten Dokumenten-Management-Systems, also einer Dateiablage für wichtige Dokumente, auf die alle Vereinsmitglieder per Internet zugreifen können. Die Internetseite des „Digitalen Werkzeugkastens“ führt eine große Zahl solcher digitaler Hilfsmittel auf, die Vereine bei ihrer Arbeit unterstützen können.


Pandemiebedingt war die Durchführung des Projekts mit besonderen Herausforderungen verbunden: So kam es aufgrund der Einschränkungen von Vereinsaktivitäten oder der Vorsicht vor Ansteckung anfänglich zu Absagen von Vereinen und zu Verzögerungen bei den gemeinsamen Treffen, die oftmals online stattfinden mussten. Die Corona-Krise zeigt aber auch, wie wichtig gerade jetzt die Unterstützung der Kulturfördervereine ist. Mit ihrer zumeist ehrenamtlichen Arbeit tragen sie maßgeblich zur Aufrechterhaltung und Rettung kultureller Angebote und besonders betroffener Einrichtungen in und auch nach der Krise bei.

Projektwebsite
Auf der Projektwebsite  werkzeugkasten.kulturfoerdervereine.eu/videos/
werden die praxisnahen Programme vorgestellt und ihre Anwendungsgebiete kurz erläutert. Ebenso finden sich hier Kurzporträts aller Projektbeteiligten, auch wichtige Stationen im Projektverlauf werden festgehalten. Die Projektwebsite berichtet auch von Beteiligten und Erfahrungen in Mecklenburg-Vorpommern, wo die Initiative 20219 startete.
Ergänzend sind Videos über die rheinhessischen Kulturfördervereine auf der Website zu sehen. Im Zentrum der von den Teilnehmenden produzierten Videos stehen Persönlichkeiten, die über ihr ehrenamtliches Engagement berichten und den Wert, den die von ihrem Verein unterstützte Kultureinrichtung für sie selbst und die Menschen in der Region hat.
Auch Videos aus dem Vorläuferprojekt in Mecklenburg-Vorpommern sind online abrufbar.

Projektbeteiligte
Folgende Vereine sind am Digitalen Werkzeugkasten in Rheinhessen beteiligt:
Freunde des Museums Alzey e. V., Förderverein Museum Kirchheimbolanden, Förderverein Erntedankfest und Brauchtum in Heidesheim am Rhein e. V., Förderverein Projekt Osthofen, Förderverein der Sängervereinigung Saulheim e. V., Förderverein Rheinhessisches Fahrradmuseum e. V., Förderverein des Quartett-Verein 1863 Ober-Olm e. V.

Die zehn jungen Projektteilnehmenden, die die Vereine bei der Erarbeitung der digitalen Anwendungen unterstützen, setzen sich aus ehemaligen Schüler*innen, Praktikant*innen und FSJlern von medien+bildung.com zusammen, deren Studium oder Ausbildung pandemiebedingt beeinträchtigt ist. Sie alle verbindet, dass sie das Engagement schätzen und neues Wissen im medialen Bereich dazugewinnen wollen.

Stimmen aus dem Projekt
„Jedes Mal, wenn ich in die Heimat zurückkehre, ist es für mich erschreckend, wie wenig von den örtlichen Vereinen übriggeblieben ist. Um die Vereine nicht allein zu lassen und die Historie, die in ihnen steckt, nicht verschwinden zu lassen, ist es wichtig, sie bei der Umstellung in der digitalisierten Welt zu unterstützen.“ (Richard, 21 Jahre alt – Projektteilnehmer)

“Für Fördervereine, die sich in der Pandemie nicht verstecken oder ihr Engagement gänzlich einstellen, ist der Digitale Werkzeugkasten ein wahrer Segen. Denn sie schauen in die Zukunft und bekommen dabei Unterstützung von jungen Menschen und Experten, die ihnen helfen die teils verwirrende Medienlandschaft für ihre Ziele zu ordnen und verständlich zu machen!“ (Christian Gottas, Medienpädagoge medien + bildung und Projektleiter Digitaler Werkzeugkasten Rheinhessen)

Pressekontakt
Christian Gottas | gottas@medienundbildung.com | 06131 49 27 069
Julia Kleiner | kleiner@medienundbildung.com | 0151 12704631
Jutta Dette | dette@kulturfoerdervereine.eu | 030 303 23 600

Die bundesweite Initiative „Digitaler Werkzeugkasten für Kulturfördervereine“
Der „Digitale Werkzeugkasten für Kulturfördervereine“ in Rheinhessen ist Teil der gleichnamigen bundesweiten Initiative. Diese wird im Rahmen des Förderprogramms „Kultur in ländlichen Räumen“ von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) unterstützt. Die Mittel stammen aus dem Bundesprogramm „Ländliche Entwicklung“ (BULE) des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL).
Die Durchführung in Rheinland-Pfalz wird aktiv durch das Ministerium für Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur und die Staatskanzlei (Leitstelle Ehrenamt und Bürgerbeteiligung) unterstützt.


Kulturfördervereine
In mehr als 16.800 Fördervereinen engagieren sich bundesweit Bürgerinnen und Bürger mit Geld, Zeit und persönliche Kompetenzen, um Theater, Museen, Konzerthäuser und Bibliotheken zu unterstützen, Kirchen zu restaurieren und vieles mehr. 86 % der Vereine sind ausschließlich ehrenamtlich getragen. Damit stellt das bürgerschaftliche Engagement für die Kultur den drittgrößten Engagementbereich in Deutschland dar.

medien+bildung.com
Als Tochter der Landesmedienanstalt RLP entwickelt und verwirklicht die gemeinnützige GmbH medien+bildung.com Bildungsangebote zur aktiven Medienbildung in allen Bildungssektoren im Bundesland Rheinland-Pfalz. Die Teilnehmenden lernen, Medien zu ihren Zwecken und als kreative Ausdrucksform einzusetzen, als Kontrapunkt zu passivem Medienkonsum. medienundbildung.com/

DAKU Dachverband der Kulturfördervereine in Deutschland
Hauptziel des DAKU ist es, Kulturfördervereine in Deutschland in ihrer Arbeit zu unterstützen, insbesondere bei der Nachwuchsgewinnung. Dazu entwickelt der DAKU zielgerichtete Angebote zur Weiterbildung, zu Erfahrungsaustausch und Vernetzung und informiert über das vielfältige bürgerschaftliche Engagement in den Vereinen. kulturfoerdervereine.eu/

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