In vielen Orten in Rheinland-Pfalz kommt den Offenen Kanälen mit der Coronakrise eine neue Rolle zu: Mit viel Freiwilligenengagement werden Informationen für Menschen aufbereitet, die keinen oder nur begrenzten Zugang zu anderen Medien wie dem Internet haben. Einige lokale OK-TV-Sender senden Pressekonferenzen der örtlichen Verwaltungsspitzen zu den aktuellen Notmaßnahmen oder übertragen Gottesdienste, die zur Zeit vor völlig leeren Kirchenbänken stattfinden müssen.

Die ehrenamtlich geführten Trägervereine der Offenen Kanäle in Rheinland-Pfalz richten sich auf einige Wochen ein, in denen ihnen eine außergewöhnliche Aufgabe zukommt: Während die Studios für den normalen Publikumsverkehr weitgehend geschlossen werden mussten, sind engagierte Teams dabei, im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie spezielle Programmbeiträge zu produzieren und zu senden. Dr. Marc Jan Eumann, Direktor der LMK medienanstalt rlp, bekundet „Dank an alle Ehrenamtlichen, die vor- und umsichtig mit dafür sorgen, dass wichtige Informationen transportiert und gesellschaftlicher Zusammenhalt organisiert werden. Das ist mediale Teilhabe in besonderen Zeiten.“

OK54 in Trier hat sein Programm umgestellt und sendete zum Beispiel eine Pressekonferenz mit dem Leiter des zuständigen Gesundheitsamtes und der Trierer Stadtspitze. OK54 überträgt jeweils sonntags das gemeindelose Hochamt aus dem Trierer Dom ab 10.00 Uhr live über das OK-TV-Programm im digitalen Kabel und auf ok54.de sowie über Facebook. Auch in der Südwestpfalz wird sonntags ein katholischer Gottesdienst übertragen. Der Initiator, Pfarrer Wolfgang Emanuel aus der Heilig Kreuz Kirche Zweibrücken, strebt dabei auch eine ökumenische Zusammenarbeit an. Auch in Ludwigshafen, Landau, Kaiserslautern und Neuwied sind zur Zeit Gottesdienste im Offenen Kanal zu sehen.

Der OK Weinstraße sendete eine Ansprache des Stadtbürgermeisters von Annweiler zur aktuellen Situation und übertrug die Online-Sprechstunde mit dem OB der Stadt Landau, in der Fragen der Zuschauer live beantwortet wurden. Der OK Südwestpfalz informiert aktuell aus Pressekonferenzen in mehreren Kommunen des Sendegebiets und zeigt wiederholt einen Beitrag über das Corona-Testzentrum für die Südwestpfalz. Auch in Worms erstellen die Teams der Bürgerfernsehsender aktuelle Beiträge zum Thema Corona, weitere OK-TV-Standorte werden sich in den nächsten Wochen engagieren.

Seit über 30 Jahren bieten Offene Kanäle (OK-TV) allen Bürgerinnen und Bürgern in Rheinland-Pfalz die Möglichkeit, selbst Fernsehen zu machen. Die Basisarbeit leisten ehrenamtliche Trägervereine. Sie kümmern sich um den technischen Betrieb und organisieren die Bürgermedienplattform. Die medienanstalt rlp fördert die Ausstattung der Offenen Kanäle mit der erforderlichen Technik und sie trägt die Kosten für die Kabelverbreitung. Die OK-TV-Sender sind über das Netz von Vodafone Kabel Deutschland empfangbar, außerdem besteht die Möglichkeit zum Abruf der Programme über das Internet, insbesondere über das Lokal-TV-Portal über Satellit (Astra 1L) per HbbTV. Diverse Mediatheken runden das Angebot ab.