Bürgerfernsehen / Offene Kanäle in der Coronakrise

Die Offenen Kanäle sind in über 600.000 Kabelhaushalten in RLP zu empfangen. Über Livestreams, HbbTV, dem Lokal TV Portal via Astra und die Verbreitung über diverse Social Media Kanäle können die Bürger*innen sich informieren und unterhalten. Weit über 6000 Sendebeiträge stehen in den Mediatheken der Bürgersender zur Verfügung. Neun Sendeplattformen im Land bieten jeweils ein 24/7 Programm an.

Hunderte ehrenamtliche Fernsehmacher*innen und zehntausende Zuschauer*innen: Die Offenen Kanäle in Rheinland-Pfalz bedienen in der Coronakrise erfolgreich das tiefe Bedürfnis vieler Menschen nach regionalen Erlebnissen. Neben der Verbreitung im Kabelfernsehen bespielen die Ehrenamtlichen aber auch ihre stetig wachsenden digitalen Kanäle zuverlässig. In den vielen Sendegebieten bilden die Offenen Kanäle inzwischen eine vielbeachtete multimediale Plattform für die zentrale Verbreitung verschiedener regionaler Inhalte. Die Offenen Kanäle in Rheinland-Pfalz sind derzeit als strategischer Partner gefragter denn je. Besonders erfreulich ist dabei vor allem, dass viele der neuen Angebote im Offenen Kanal auch über die Krise hinweg das lokale Leben bereichern sollen.

In den letzten Wochen haben die Ehrenamtlichen der Offenen Kanäle in Rheinland-Pfalz Programminhalte bereitgestellt, die sich die Zuschauer*innen auf ihrem Bildschirm oder auf ihr mobiles Endgerät wünschen: Ihr lokales Leben.

Livestreaming von Kulturveranstaltungen und crossmediale Kunstvermittlung

Kulturlivestreaming der Städte Kaiserslautern, Trier, Landau und Mannheim mit Musik, Lesungen und Kabarett werden im Sendeprogramm der Offenen Kanäle eingespeist, um weitere Zuschauerkreise zu erreichen. Partner ist in der Regel das Kulturamt der Stadt. Im Rahmen eines Ausbildungsprojektes begleitet seit Mitte März ein Team des OK Ludwigshafen, bestehend aus FSJler*innen und Auszubildenden, Museums-mitarbeiter*innen, Kunstvermittler*innen und Künstler*innen mit der Kamera. In den Ausstellungsräumlichkeiten, im Depot und im Museumsatelier finden Werk-besprechungen statt, Lieblingsbilder werden vorgestellt oder „Kreativ-Tutorials“ durchgeführt.

Liveübertragungen der Gottesdienste aus den Domstädten Trier und Worms und Ausstrahlung von Andachten der evangelischen und katholischen Kirche

Weit über 30 Andachten und Gottesdienste für die Gläubigen an vielen OKTV Standorten. Liveübertragungen aus den Domstädten Trier oder Worms (mit durchschnittlich 4000 bis 6000 Zugriffen) und aus vielen Kirchengemeinden im Sendegebiet an den Osterfeiertagen waren die Programmhighlights. Die Liveübertragung des Hochamts in Trier mit Gebärdensprache wird gleichzeitig von benachbarten Offenen Kanälen übernommen. Insgesamt haben auf den verschiedenen Ausspielwegen bis zu 10 000 Haushalte die bisher neun Übertragungen aus dem Dom in Trier verfolgt. Partner sind die Kirchengemeinden und Bistümer.

Mitmachangebote in Zusammenarbeit mit Sportvereinen, Tanzschulen und Fitnesstrainern

In Worms und Trier werden in Zusammenarbeit mit lokalen Partnern kurze Videoclips erstellt, um die Zuschauerinnen und Zuschauer zum sportlichen Mitmachen zu motivieren. Weit über 1000 User*innen haben alleine im Netz kontinuierlich die mehrteilige Reihe „Worms bewegt sich“ verfolgt. Die Zuschauer*innen im Kabel sind dabei nicht mit eingerechnet.

Digitale Bürgersprechstunden mit Oberbürgermeister, Bürgermeister und Landräten

Landau, Haßloch und Trier bieten erfolgreich digitale Sprechstunden mit dem Oberbürgermeister oder mit dem Landrat an, bei denen Fragen der Bürgerinnen und Bürger live beantwortet werden. Die Stadt Annweiler hat erstmalig ihre Stadtratssitzungen übertragen, damit alle Bürgerinnen und Bürger sich über die Entwicklungen der Corona Pandemie und die Entscheidungen ihrer Mandatsträger*innen informieren können.

Übertragung von Pressekonferenzen

Aufzeichnungen von Pressekonferenzen und Bürgerinformationen aus den Städten Zweibrücken, Pirmasens, Rodalben, dem Kreis Südwestpfalz und Worms vervollständigen das Informationsangebot des Bürgerfernsehens, das neben der linearen Verbreitung regelmäßig von Tausenden von Bürgerinnen im Netz aufgerufen werden. Gerade die Aufzeichnung und Ausstrahlung von Pressekonferenzen haben in der Anfangszeit der Corona Krise eine sehr hohe Reichweite auf den verschiedenen Ausspielkanälen erzielt. Messbar durch die hohen Abrufzahlen in den social media Kanälen. Weit über 10 000 User*innen haben in der Südwestpfalz in der Hochphase der Krise Pressekonferenzen verfolgt.

Neue Konferenz- und Talkformate aus dem Wohnzimmer

Der tägliche Livetalk von OK54 Trier unter dem Titel „#standasone30 - Live von Dahemm“, der auch Teil einer Spendenaktion für die Profibasketballer der Trierer Gladiators ist, oder die regelmäßige Livesendereihe aus OK Weinstraße Studio Haßloch mit dem Titel „Einfach reden – Wir sprechen darüber“, bei dem Anrufer*innen mit dem Moderator zu einem Leitthema sprechen und diskutieren konnten, sind neue Kommunikationsformate, die entwickelt und von den Zuschauerinnen positiv angenommen wurden.

Medizinische Themen zu Corona oder über die Arbeit im Krankenhaus

Im OK Kaiserlautern wurden „Infos zu Corona täglich – Neues aus dem Westpfalz Klinikum“ ausgestrahlt. Da Krankenhäuser die allgemeinen Informationsveranstaltungen nicht mehr vor Ort durchführen konnten, wurde am Klinikum in Trier ein neues Format mit dem Titel „Rund um die Geburt – Sicherheit für Sie und für Ihr Baby“ entwickelt und ausgestrahlt.

Basteltipps aus der KITA oder Verbraucher- und Gesundheitstipps, Mitmachkochrezepte zu Ostern

Basteltipps aus der KITA für die Eltern und deren Kindern am Standort OK Weinstraße Studio Haßloch - der Ideenreichtum der Kreativen und die Bandbreite des Programmangebots sind unerschöpflich. Beispiele für besondere lokale Aktionen sind die TV-Serie „#Corona – Wie unser Zusammenleben sich verändert“ des OK:TV Mainz mit vielen Verbraucher- und Gesundheitstipps mit insgesamt über 5000 Aufrufen.

Berichterstattung über die Folgen der Corona-Pandemie auf das lokale politische, soziale und gesellschaftliche Leben in der Kommune

In mehreren Gesprächsrunden und Interviews hat der OK Worms auf die Auswirkungen in der Stadt mit Vertreterinnen und Vertretern der Stadt und Betroffenen reagiert. OK Weinstraße Studio Landau hat über 30 Kurzberichte produziert, um über die Situation vor Ort, in der Stadt und in den Kreisen zu informieren.