Privatsender in Rheinland-Pfalz: Verlässliche Informationsquelle in schwierigen Zeiten

Die in Rheinland-Pfalz lizenzierten Hörfunk- und Fernsehsender haben ihre wichtige Funktion als aktuelle Informationsquelle im Nahraum in den schwierigsten Monaten der Coronapandemie gut gemeistert. Dass die TV- und Radiostationen ihre Arbeitsstrukturen komplett umstellen und gleichzeitig erhebliche Verluste an Werbeaufträgen verkraften mussten, hat sich nicht negativ auf die Informationsleistung der Sender ausgewirkt.

Dr. Marc Jan Eumann, Direktor der Medienanstalt Rheinland-Pfalz: „Die Verlässlichkeit, mit der die lokalen und regionalen Sender in Rheinland-Pfalz aktuelle Informationen für die Menschen zur Verfügung stellen, ist in den Zeiten der Pandemie von besonderer Bedeutung. Ihrer Aufgabe sind die Sender mit großer Verantwortung nachgekommen. Dass der Redaktions- und Produktionsbetrieb coronabedingt komplett umgestellt werden musste, hat sich für die Zuhörerinnen und Zuhörer, die Zuschauerinnen und Zuschauer nicht negativ bemerkbar gemacht.“ Belastend war für die Privatsender auch in Rheinland-Pfalz der spürbare wirtschaftliche Einbruch. Mehr als ein halbes Jahr nach Beginn der Corona-Pandemie in Deutschland stabilisieren sich die Werbeaufträge inzwischen wieder.

Die Medienanstalt Rheinland-Pfalz hat in einer Untersuchung ausgewertet, wie sich die Programmgestaltung der in Rheinland-Pfalz lizenzierten Hörfunk- und Fernsehsender in einer von der Coronakrise geprägten gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Ausnahmesituation dargestellt hat. Der wichtigste Eindruck: Obgleich der Redaktionsalltag zum Zeitpunkt der Erhebung im April 2020 durch wegbrechende Werbeeinnahmen und Kurzarbeit bestimmt ist, scheint dies für die Grundstruktur der einzelnen Programme keine Einschränkungen zu bedeuten. Sowohl im Hörfunk- als auch im Fernsehbereich wird das Geschehen in der Senderegion abgebildet, ein großer Teil der Inhalte beschäftigt sich dabei mit dem Thema „Corona“. Deutlich zeigt sich das Bemühen der Sender, ihrem Informationsauftrag auch in dieser schwierigen Situation durch eine Berichterstattung über die aktuellen Geschehnisse in Deutschland und der jeweiligen Senderegion gerecht zu werden. Gemessen an den schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen zum Zeitpunkt der Erhebung stellte dies sicherlich eine besondere Herausforderung für die Veranstalter dar.

Zum Download: eine Zusammenfassung der Untersuchung der Programmgestaltung der in Rheinland-Pfalz lizenzierten Hörfunk- und Fernsehsender in der Coronakrise

Regionaler und lokaler Rundfunk: Rekordnutzung und Werbekrise

Die Coronakrise ist eine Zeit, die uns den Wert freier und unabhängig berichtender Medien klar vor Augen führt. Die Nutzungszahlen für Radio und TV erreichen gerade Rekordhöhen, der professionelle Journalismus erlebt einen starken Imagegewinn. Gleichzeitig beschert das Virus allen Medienunternehmen eine schwere wirtschaftliche Krise. Als erste Medienanstalt haben wir alle im Bundesland lizenzierten Veranstalter an einen virtuellen Tisch geholt, um über die Lage zu beraten. Wir haben erreicht, dass der SWR den privaten Radioveranstaltern im Land die DAB-Verbreitungskosten stundet. Und wir haben mit den Gewerkschaften (DJV, DGB) darüber gesprochen, was für die Freien Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Medienhäuser zu tun ist. Mit dem untenstehenden Fragebogen erarbeiten wir eine Risikoanalyse und identifizieren spezifische Unterstützungsmaßnahmen.

Fragebogen zur Risikoanalyse im privaten Rundfunk