große Plattformen und Social-Media-Kanäle gehören für viele, auch für viele Kinder und Jugendliche, längst zum Alltag. Der kann dadurch leichter werden, mittlerweile wissen wir auch um die Gefahren. Deswegen gibt es eine breite und kontroverse Debatte darüber, ob manche Angebote beispielsweise für Kinder überhaupt geeignet sind. Die Bundesregierung hat deshalb eine Expertenkommission „Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt“ ins Leben gerufen, die jetzt eine erste Bestandsaufnahme veröffentlicht hat. Wir haben uns, ich bin Mitglied der Kommission, mit drei Themenbereichen befasst: Gefahren und Chancen im digitalen Raum, Stand der Medienkompetenz in Deutschland und rechtliche Rahmenbedingungen. Im Juni sollen Ergebnisse in Form von konkreten Handlungsempfehlungen folgen.
Bei den Mitteldeutschen Medientagen fand kürzlich eine Diskussion darüber statt, welche Verantwortung Plattformen für Inhalte und Medienvielfalt tragen und wie diese Verantwortung rechtlich zu fassen ist. Grundlage dafür bildet das Gutachten „Verantwortung digitaler Intermediäre für Inhalte und Medienvielfalt“, das die Gremienvorsitzendenkonferenz der Landesmedienanstalten (GVK) beauftragt hat. Albrecht Bähr, Versammlungsvorsitzender der Medienanstalt RLP, ist auch GVK-Vorsitzender. Intermediäre, das sind große Plattformen und Suchmaschinen, wie wir alle sie täglich nutzen. Das Gutachten benennt bereits konkrete Handlungsempfehlungen, von Regulierung von Plattformen und KI-generierten Inhalten bis hin zu einer Kennzeichnung vertrauenswürdiger Inhalte.
Die Auseinandersetzung mit Recht und Regulierung ist das eine – weitere Maßnahmen für Medienkompetenz und Medienvielfalt das andere. Hier setzt die Woche der Medienkompetenz vom 8. bis 14. Juni in Rheinland-Pfalz an. Viele Aktionen sind bereits online unter www.wmk-rlp.de und Sie können sich jetzt zu Veranstaltungen anmelden oder als Organisation Ihre Aktionen eintragen.
Neues gibt es auch von der EU-Initiative klicksafe: Drei unterhaltsame Videoclips sensibilisieren für den Umgang mit KI-Begleitern. Welche Materialien klicksafe aktuell außerdem bereitstellt, lesen Sie in diesem Infoletter.
Und auch Spiele verbinden Menschen, das zeigt der offene Spieletreff im Media:TURM. Er ist ein Beispiel dafür, was Orte der medialen Teilhabe leisten können: Raum schaffen für Begegnung in der Auseinandersetzung mit Medien – zu denen eben auch Spiele gehören.
Ich wünsche Ihnen viel Freude beim Lesen unseres Infoletters.
Herzlich Ihr Dr. Marc Jan Eumann Direktor
„Wer ist Herbert?” – Neue klicksafe-Clips sensibilisieren für sicheren Umgang mit KI-Begleitern
Welche Rolle spielt KI künftig in unserem Alltag? Mit drei neuen Kurzvideos zeigt klicksafe überspitzt, was passiert, wenn KI plötzlich Rollen übernimmt, die bisher Menschen vorbehalten waren. Als Teil der klicksafe-Kampagne „KI and me. In künstlicher Beziehung“ sensibilisieren die Clips für einen reflektierten Umgang mit KI-Chatbots. Die Videoclips wurden mithilfe von KI erstellt und erweitern das Lehr- und Ratgeber-Material zu Künstlicher Intelligenz von klicksafe. Sie eignen sich als Gesprächseinstieg in Familien und in der pädagogischen Arbeit mit Jugendlichen.
Medienanstalt RLP legt Berufung ein im Verfahren Aylo und 1&1
Die Medienanstalt RLP hatte 2024 eine Sperrverfügung gegenüber 1&1 aufgrund einer fehlenden wirksamen Altersprüfung bei den von Aylo betriebenen Pornoplattformen „Youporn“ und „Pornhub“ erlassen. Am 13. Januar 2026 hat das Verwaltungsgericht Neustadt den Klagen von Aylo und 1&1 gegen die Sperrverfügung stattgegeben. Die Medienanstalt RLP hat nun fristwahrend am 3. März 2026 Berufung in allen vier Verfahren eingelegt. Denn hier stellen sich einzelfallübergreifende Rechtsfragen zum Verhältnis von EU-Recht (DSA) und JMStV, die grundsätzlicher Klärung bedürfen, damit alle verantwortlichen Akteur*innen ihren Beitrag zum effektiven Schutz von Kindern und Jugendlichen vor pornografischen Inhalten leisten können.
Medienregulierung verzeichnet für 2025 wieder hohes Fallaufkommen
Mit insgesamt 752 Fällen blieben die Fallzahlen (2024: 770 Fälle) im Jahr 2025 auf konstant hohem Niveau. Auf Platz eins stand der Aufsichtsbereich Jugendschutz mit 497 Fällen (2024: 502 Fälle), danach folgte der Impressumsbereich mit 200 Fällen (2024: 218 Fälle). An dritter Stelle stand der Bereich Werbung mit 45 Fällen (2024: 40 Fälle), dem sich der Bereich Journalistische Sorgfalt mit 10 Fällen (2024: 10 Fälle) anschloss. Im Bereich Jugendschutz bearbeitete die Medienregulierung weitere 157 Fundstellen (2024: 248), die das eingesetzte KI-Tool KiVi bei der Recherche fälschlicherweise herausfilterte. Das Tool vermutet bei Bildern mit hohem hautfarbenen Anteil oft unzutreffend, dass es sich um Pornografie handelt. Aber auch dieses System ist lernfähig.
Woche der Medienkompetenz: Aktionen oder Teilnahme anmelden
Die Woche der Medienkompetenz (WMK) vom 8. bis 14. Juni bringt wie jedes Jahr Aktionen rund um Medienkompetenz zusammen. Hier machen Kinder Radio, Nutzer*innen räumen ihr Smartphone auf und Schüler*innen erleben Märchen multimedial. Die WMK macht sichtbar, wie vielfältig Rheinland-Pfalz in Sachen Medienkompetenz aufgestellt ist. Organisationen und Schulen können weiterhin Aktionen im Rahmen der Aktionswoche einstellen. Und auch die Anmeldung für Teilnehmer*innen hat bereits begonnen.
ePA-Coaches RLP: Großes Interesse und wachsendes Unterstützungsnetzwerk
Das Thema elektronische Patientenakte (ePA) bewegt viele Menschen in Rheinland-Pfalz – das zeigte die Informationsveranstaltung des Projekts ePA-Coaches RLP am 24. März 2026 in der Media:BRÜCKE in Zweibrücken. Expert*innen vermittelten den Teilnehmer*innen praxisnahe Einblicke in die Patientenakte und zu den Unterstützungsmöglichkeiten. Die vielen Fragen und das positive Feedback zeigten, wie hoch der Unterstützungsbedarf ist. Das Projekt ePA-Coaches RLP leistet einen wichtigen Beitrag zur digitalen Teilhabe und stärkt digitale Gesundheitskompetenz. Das Beratungsnetzwerk wächst stetig. Mittlerweile sind rund 150 ehrenamtliche ePA-Coaches in Rheinland-Pfalz aktiv. Wie Sie selbst ePA-Coach werden können oder wo Sie Unterstützung bei der Einrichtung Ihrer ePA erhalten, finden Sie hier:
Probleme im Klassenchat – das können Schulen jetzt tun
Eine aktuelle Umfrage im Auftrag des WDR zeigt, dass der Großteil der Schüler*innen in Deutschland Klassenchats nutzt. In diesen Messenger-Gruppen werden in der Regel Informationen rund um die Schule ausgetauscht. Leider kommt es dabei immer wieder vor, dass Schüler*innen dort unangemessene oder gar strafbare Inhalte verschicken. Auch von Mobbing und Ausgrenzung berichteten die befragten Schüler*innen. klicksafe fasst zusammen, welche Erkenntnisse sich aus den Umfrageergebnissen ableiten lassen und stellt Schulen Materialien zur Verfügung, mit denen sich negative Erlebnisse im Klassenchat minimieren lassen.
Rechtsextremismus online – Neues Elternmaterial in Einfacher Sprache verfügbar
Immer mehr junge Menschen informieren sich in den sozialen Medien über politische Themen. Leider finden sie dort auch immer wieder rechtsextreme Inhalte. Auch auf Spiele-Plattformen wie Steam oder Discord sind Rechtsextreme aktiv. Sie sprechen gezielt Kinder und Jugendliche an und versuchen, sie zu beeinflussen. Mit dem neuen klicksafe-Material in Einfacher Sprache erhalten Eltern Tipps, wie sie ihre Kinder schützen können. Außerdem sind alle weiteren Inhalte in Einfacher Sprache nun leichter im klicksafe-Materialsystem auffindbar.
EMPOWER Your Work – Neue Arbeitsumgebungen: Von der Idee zur Wirklichkeit
Wie New Work und moderne Arbeitsumgebungen zusammenhängen, zeigt die Veranstaltung des Instituts für Beschäftigung und Employment am 20. Mai im Media:TURM Ludwigshafen. Das Institut stellt das Modell „IBE-New-Work-Haus“ vor und veranschaulicht die Umsetzung eines Change-Prozesses: Die Medienanstalt Rheinland-Pfalz ist nicht nur Gastgeberin, sondern dient auch als Best-Practice-Beispiel. Vor ein paar Jahren startete die Medienanstalt RLP ihren Change-Prozess und teilt Erfahrungen, Herausforderungen und Erfolgsfaktoren insbesondere mit Blick auf die räumliche Umgestaltung. Bei der anschließenden Führung erhalten die Teilnehmer*innen Einblicke in die Räumlichkeiten.
Medienanstalt RLP und Deutschsprachige Gemeinschaft Ostbelgien unterzeichnen Kooperationsvertrag
Die beiden Partnerinnen bekräftigten am 19. März im Media:FORUM Trier ihre Zusammenarbeit: Gregor Freches, Minister für Kultur, Sport, Tourismus und Medien der Deutschsprachigen Gemeinschaft, und Dr. Marc Jan Eumann, Direktor der Medienanstalt RLP, unterzeichneten eine neue Kooperationsvereinbarung. Bereits in der Vergangenheit engagierten sich die beiden Vertragspartnerinnen gemeinsam an grenzübergreifenden Projekten, Fortbildungen und Austauschformaten sowie an der Förderung der Digitalisierung in Verwaltung und Zivilgesellschaft u.v.m. Die Vereinbarung soll das Zusammenwirken vertiefen.
Spieletreff des Offenen Kanals Ludwigshafen im Media:TURM
Seit März 2026 gibt es einen neuen, kostenlosen Spieletreff für alle, die Lust auf Gesellschaftsspiele und nette Gespräche haben. Eine große Auswahl an Brett-, Karten- und Würfelpielen steht bereit, zusätzlich können die Teilnehmer*innen auch ihre eigenen Lieblingsspiele mitbringen. Der Spielabend findet jeden dritten Freitag im Monat statt und ist für alle Interessierten unabhängig von Alter, Erfahrung oder Herkunft offen. Die Veranstaltung ist barrierefrei zugänglich, eine Anmeldung ist nicht nötig. Der Spielabend ist eine Kooperation zwischen dem Offenen Kanal Ludwigshafen, dem Ministerium für Brettspielspaß und Brettspielerunde.de. Die beiden Spiele-Experten Johannes Blumenberg und Jan Dotzlaw moderieren und betreuen die Treffs. Unabhängig von Alter, Erfahrung und Hintergrund sind alle herzlich willkommen.
Influencer prägen Meinungen, Lebensstile und politische Haltungen, besonders bei jungen Menschen. Der Jugendmedienschutz- und Medienkompetenzbericht 2026 der Medienanstalten nimmt diese Dynamiken in den Blick. Die Medienanstalt RLP beteiligte sich mit drei Beiträgen: Der stellvertretende Direktor Dr. Jörg Ukrow berichtet über „Regulierung von Influencern in Deutschland” und „Jugendmedienschutz – Recht und Schutz” und zeigt, wie SoliNet als zentrale Beratungsstelle für Betroffene von Hass und Gewalt im Netz in Rheinland-Pfalz Betroffenen hilft. Deborah Woldemichael, Leiterin der EU-Initiative klicksafe, steuerte einen Beitrag bei zu „Influencing und digitale Codes in Sozialen Medien: Was Fachkräfte und Eltern wissen müssen”.
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