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05.10.2026 | Medienkompetenz

EU-Verbraucherschutz ergreift Maßnahmen gegen manipulative Videospiele

Seit vielen Jahren setzen einige Videospielhersteller*innen auf manipulative Systeme, um Spieler*innen zum Geldausgeben zu bewegen. Von dieser Manipulation sind auch besonders schutzbedürftige Gruppen wie Kinder und Jugendliche betroffen. Der Zusammenschluss europäischer Verbraucherschutzorganisationen will diesen Praktiken nun ein Ende bereiten. klicksafe erklärt, was genau geplant ist und wie wir Kinder und Jugendliche bereits heute über Manipulation und Kostenfallen in Games aufklären können.

Vor rund eineinhalb Jahren hat das Consumer Protection Cooperation Network (CPC Network) seine Leitlinien für virtuelle Währungen in Spielen veröffentlicht (klicksafe berichtete). Darin wurden festgehalten, welche manipulativen und betrügerischen Praktiken in Bezug auf Käufe in Videospielen in Europa nicht akzeptabel sind. Damit verbunden war der Wunsch, dass die Videospielfirmen diese Leitlinien zukünftig berücksichtigen und die darin beschriebenen manipulative Praktiken unterlassen würden.

Nun veröffentlichte das CPC Network in einem Statement, dass viele Videospielfirmen sich scheinbar bisher nicht kooperativ gezeigt haben.

Das CPC-Netzwerk hat Hinweise darauf gefunden, dass eine große Zahl von Videospielunternehmen weder aufgrund der öffentlichen Leitlinien des CPC-Netzwerks noch aufgrund der umfangreichen Gespräche, die das CPC-Netzwerk und die Spielebranche im Laufe der letzten Jahre geführt haben, wesentliche Änderungen an ihren Videospielen vorgenommen hat.
Übersetzung aus dem englischen Original durch klicksafe.

Daher geht das CPC Network nun gezielt gegen elf Videospielfirmen vor, die mit ihren Spielen nach Auffassung der Verbraucherschützer*innen gegen EU-Recht verstoßen. Zu den beanstandeten Spielen gehören bekannte Namen wie Candy Crush Saga, Minecraft und Clash of Clans.

Mit diesem koordinierten Vorgehen des CPC Network sollen unter anderem folgende Aspekte sichergestellt werden:

  • Transparente Preise: Die tatsächlichen Preise für virtuelle Gegenstände und virtuelle Währungen müssen immer deutlich sichtbar sein.
  • Keine verschleierten Kosten: Das Umtauschen von mehreren Währungen sollte vermieden werden. Denn das macht die tatsächlichen Kosten schwer nachvollziehbar.
  • Rücktrittsrecht: Nutzer*innen sollen über ihr Recht informiert werden, von Kaufverträgen innerhalb von 14 Tagen zurücktreten zu können. Dazu gehört auch das Recht, nicht genutzte virtuelle Währung zurückzugeben.
  • Schutz von vulnerablen Nutzer*innen: Es soll sichergestellt sein, dass Spielehersteller angemessene Schutzmaßnahmen für alle Verbraucher*innen einführen, nicht zuletzt auch für besonders schutzbedürftige Gruppen wie Kinder.

Auch wenn die europäischen Verbraucherschutzorganisationen nun verstärkt gegen manipulative Praktiken in Games vorgehen, ist es leider nicht zu erwarten, dass das Problem schon bald der Vergangenheit angehören wird. Zu groß ist der Anreiz der Videospielindustrie gar keine oder nur minimale Maßnahmen zu ergreifen. Denn die Einnahmen durch In-Game-Käufe liegen mittlerweile im Milliardenbereich. Die Vereinigung der europäischen Spieleentwickler hat in einem Statement durchblicken lassen, dass die Umsetzung der Verbraucherschutz-Vorgaben sich noch weiter verzögern könnte, da sie rechtliche Grundlagen dieser Vorgaben infrage stellt. Neben der gesetzlichen Regulierung, ist daher die Aufklärung und Begleitung ein essenzieller Schutzfaktor für Kinder und Jugendliche. Ergänzt werden kann diese auch durch technische Schutzmaßnahmen in den Spielen oder an Geräten.

Das können Eltern gegen Kostenfallen tun

  • Suchen Sie altersgerechte und sichere Spiele aus. Prüfen Sie möglichst vor dem ersten Spielen, ob ein Spiel In-Game-Käufe anbietet und wie aggressiv diese an die Spieler*innen herangetragen werden. Ob ein Spiel In-Game-Käufe enthält, erkennen Sie ganz einfach an den Zusatzhinweisen zur USK-Freigabe auf Spieleverpackungen oder in den App-Stores.
  • Verknüpfen Sie möglichst keine Zahlungsmethode (Kreditkarte, Bankverbindung, PayPal, Klarna, usw.) mit Accounts oder Geräten. Nutzen Sie stattdessen zum Beispiel Guthabenkarten, die man in Supermärkten kaufen kann.
    Sollte eine Verknüpfung einer Zahlmethode aus irgendeinem Grund unumgänglich sein, treffen Sie in den Geräteeinstellungen die nötigen Maßnahmen, damit Zahlungen entweder durch Sie freigegeben werden müssen oder dass es eine Obergrenze gibt, die ihr Kind ohne ihr Wissen ausgeben darf. Anleitungen zur Einstellung von Geräten und Apps finden Sie unter www.medien-kindersicher.de.
  • Vereinbaren Sie mit ihrem Kind altersangemessene Regeln für Käufe in Spielen. Das kann bedeuten, dass gar keine Käufe erlaubt sind. Es sind aber auch Regelungen möglich, die ihrem Kind zum Beispiel Käufe nur nach Rücksprache mit Ihnen erlauben oder im Rahmen eines wöchentlich oder monatlich festgelegten Betrags.
  • Klären Sie Ihr Kind altersgerecht über manipulative Praktiken in Videospielen auf. Dazu eignet sich zum Beispiel das Quiz für Jugendliche zum Thema In-Game-Käufe von klicksafe.

 

Foto: © Shutterstock 2764752909


Quelle: klicksafe (Link zu externer Webseite)

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