zurück zur Übersicht

02.09.2026 | Medienkompetenz

Europäische Youth Panels entwickeln Ideen für mehr Internetsicherheit

Wie können junge Menschen das Internet sicherer und fairer gestalten? Welche digitalen Entwicklungen beschäftigen sie besonders und welche Lösungen benötigen sie? Mit diesen Fragen beschäftigten sich vom 16. bis 20. August 2026 Jugendliche aus Litauen, Lettland, Polen und Deutschland beim ersten International Safer Internet Summer Camp in Litauen. Mit dabei waren auch Kimberly, Paul und Jaron vom klicksafe Youth Panel.

Ob Fake News, Cybermobbing, Deepfakes oder der Umgang mit Künstlicher Intelligenz: Junge Menschen erleben die Chancen und Herausforderungen der digitalen Welt jeden Tag. Gleichzeitig werden ihre Perspektiven noch zu selten gehört, wenn es darum geht, wie das Internet sicherer, fairer und besser gestaltet werden kann. Genau hier setzte das erste „International Safer Internet Summer Camp” an.

Für fünf Tage kamen in Litauen Jugendliche aus Litauen, Lettland, Polen und Deutschland zusammen. Viele von ihnen engagieren sich bereits in den Youth Panels der europäischen Safer Internet Centres. Im Mittelpunkt stand dabei die Fragen: Welche digitalen Themen beschäftigen junge Menschen? Und welche Beiträge können sie selbst leisten, um Lösungen zu entwickeln?

Austausch zu aktuellen Online-Risiken

Zu Beginn setzten sich die Teilnehmenden mit aktuellen statistischen Aussagen zu Künstlicher Intelligenz, Cybermobbing, Fake News, digitalem Wohlbefinden und Bildschirmzeit auseinander. Dabei ging es insbesondere um die Frage, welche Entwicklungen junge Menschen besonders betreffen und wo aus ihrer Sicht dringender Handlungsbedarf besteht. Gemeinsam identifizierten sie zentrale Herausforderungen und formulierten Tipps für einen bewussten und sicheren Umgang mit digitalen Angeboten.

Beim anschließenden Hackathon wurden die Jugendlichen selbst zu Ideengeber*innen. In Kleingruppen beschäftigten sie sich mit selbstgewählten aktuellen Online-Risiken wie Cybermobbing, Deepfakes, Nachrichtenmüdigkeit und der Wirkung von Kurzvideo-Content. Sie entwickelten eigene Prototypen und kreative Lösungsansätze, darunter interaktive Spiele und eine Nachrichten-App. Dabei ging es um Kreativität und darum, gemeinsam mit jungen Menschen aus unterschiedlichen Ländern Lösungen für globale digitale Herausforderungen zu entwickeln.

Zusammenarbeit in internationalen Gruppen

Der Austausch fand vollständig auf Englisch statt. Für die Teilnehmenden bedeutete das, ihre Sprachkenntnisse in der Praxis anzuwenden und sich mit Jugendlichen aus anderen Ländern und Kulturen auszutauschen. Gerade darin lag eine wichtige Erfahrung des Camps: Unterschiedliche Sprachen und Hintergründe waren kein Hindernis, sondern eine Gelegenheit, neue Perspektiven kennenzulernen und neue Denkanstöße zu bekommen.

Auch die Arbeit der anderen Youth Panels war ein Thema. Die Teilnehmenden tauschten sich über ihre Erfahrungen und Aktivitäten aus und erhielten so Einblicke in die Jugendbeteiligung im Bereich Internetsicherheit in anderen europäischen Ländern.

Präsentation und Austausch

Wie aus einer guten Idee eine überzeugende Botschaft wird, lernten die Jugendlichen in einer Public-Speaking-Session. Sie beschäftigten sich mit Auftreten, Körpersprache und sicherem Sprechen vor Publikum – allesamt Fähigkeiten, die ihnen auch über das Camp hinaus in ihrem Engagement in den Youth Panels zugutekommen werden. Beim anschließenden „Markt der Möglichkeiten“ konnten sie das Gelernte direkt anwenden. Vor rund 200 Kindern und Jugendlichen aus anderen Camp-Gruppen präsentierten sie ihre Prototypen und kamen mit dem Publikum ins Gespräch.

Dadurch endete die Arbeit nicht beim Entwickeln einer eigenen Idee, sondern die Jugendlichen wurden selbst zu Multiplikator*innen. Sie gaben ihr Wissen weiter, diskutierten ihre Perspektiven mit anderen und sammelten Erfahrungen, die sie in ihre weitere Arbeit im Bereich der Safer Internet Centre einbringen können. Einige der Teilnehmenden werden das Gelernte bereits im Dezember beim Safer Internet Forum 2026 in Brüssel zur Anwendung bringen können.

Feedback der deutschen Teilnehmenden

„Das Camp war für uns eine unvergessliche Lernerfahrung und eine Zeit voller Austausch und neuem Wissen. Besonders der Hackathon, Public Speaking und die Zusammenarbeit mit Jugendlichen aus anderen Ländern haben uns viel gebracht. Wir haben gemerkt, dass man keine Angst haben muss, sich mit Menschen aus anderen Kulturen und in einer anderen Sprache auszutauschen. Die Erfahrungen und Fähigkeiten aus dem Camp nehmen wir auch für unsere weitere Arbeit im Youth Panel mit.“ 

Kimberly, Paul und Jaron vom klicksafe Youth Panel

Gemeinsam lernen, diskutieren und gestalten

Neben den Workshops und Arbeitsphasen blieb auch Zeit für den persönlichen Austausch. Gemeinsame Aktivitäten, ein interkultureller Abend und weitere Programmpunkte boten Gelegenheit, die Gruppe auch außerhalb der Sessions kennenzulernen und die internationalen Kontakte zu vertiefen.

Das erste International Safer Internet Summer Camp hat damit nicht nur Wissen über digitale Risiken vermittelt. Es hat Jugendliche aus verschiedenen europäischen Ländern miteinander vernetzt, ihre Kompetenzen gestärkt und ihnen Raum gegeben, ihre eigenen Perspektiven auf die digitale Gesellschaft einzubringen und gemeinsam an Lösungen zu arbeiten.

Für die Teilnehmenden ist der Austausch somit auch über das Camp hinaus relevant: Die neuen Kontakte, das erworbene Wissen und die trainierten Fähigkeiten können in ihre weitere Arbeit in den Youth Panels und bei zukünftigen Safer-Internet-Aktivitäten einfließen.

Mitmachen beim klicksafe Youth Panel!

Du bist zwischen 13 und 18 Jahren alt und willst mitreden, was junge Menschen online bewegt? Dann bist du bei uns genau richtig! Egal ob du einfach neugierig bist und deine eigenen Erfahrungen teilen willst oder du schon als Medienscout oder Medienpat*in tätig bist – bei uns zählt jede Stimme!

Du hast Interesse? Dann schreib uns über das Kontaktformular. Wir melden uns per E-Mail bei dir und du bekommst alle weiteren Infos und eine Einverständniserklärung für dich und deine Eltern oder Erziehungsberechtigten.

Weitere Informationen zur Arbeit des klicksafe Youth Panels gibt es hier.


Quelle: klicksafe (Link zu externer Webseite)

Weitere Meldungen

Medienkompetenz |

Im Rahmen des Ehrenamtstags in Kaiserslautern wurden heute die Gewinner*innen des Nachwuchswettbewerbs von RPR1. und Medienanstalt RLP bekanntgegeben.…

Weiterlesen
Medienkompetenz |

Neuer Themenflyer „Digitale Kommunikation“ der Digital-Botschafter*innen RLP zeigt, wie man mit Messengern wie Signal, WhatsApp und Co. Nachrichten…

Weiterlesen
Nach oben