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21.07.2026 | Medienkompetenz

Deutlicher Anstieg sexueller Gewalt gegen Kinder im Internet

Die Zahl der Fälle sexueller Gewalt gegen Kinder in Deutschland ist erneut angestiegen. Der deutlichste Zuwachs zeigt sich dabei im Bereich der Taten ohne Körperkontakt. Dazu gehören beispielsweise Fälle von Cybergrooming sowie sexuelle Gewalt gegen Kinder in Messengern oder im Videochat. Dies geht aus dem heute veröffentlichten „Bundeslagebild Sexualdelikte zum Nachteil von Kindern und Jugendlichen 2025“ des Bundeskriminalamts hervor. Wir erklären, welche Gefahren es im Internet gibt, und stellen Ihnen passende Materialien zur Verfügung, um Kinder und Jugendliche zu schützen.

Sexuelle Gewalt gegen Kinder

Laut dem Bundeslagebild gab es 2025 insgesamt 17.126 Fälle sexueller Gewalt gegen Kinder und Jugendliche. Davon waren rund 5.000 Fälle der Kategorie „Sexueller Missbrauch von Kindern – Einwirken auf Kinder ohne Körperkontakt“ zuzuordnen. Das bedeutet, dass Kinder oder Jugendliche zum Beispiel durch Chatnachrichten dazu gebracht wurden, sexuelle Aufnahmen von sich zu machen oder im Livestream sexuelle Handlungen an sich vorzunehmen.

Das Anbahnen sexueller Kontakte zu Kindern im Internet wird als Cybergrooming bezeichnet. Diese Art der sexuellen Gewalt geht zwar am häufigsten von erwachsenen, männlichen Tätern aus. Allerdings zeigt das Bundeslagebild, dass im Jahr 2025 rund jede dritte tatverdächtige Person im Bereich der sexuellen Gewalt gegen Kinder selbst unter 18 Jahren alt war. Auch in dieser Altersgruppe war die Zahl der männlichen Tatverdächtigen höher.

Die Zahlen zeigen, dass dringend mehr Aufklärungsarbeit zum Thema sexuelle Gewalt im digitalen Raum benötigt wird. Einerseits, um Kinder und Jugendliche mit dem Wissen auszustatten, sexuelle Übergriffe zu erkennen, sich zu wehren und Hilfe zu holen. Andererseits zeigen die Zahlen des Bundeskriminalamts, dass ein signifikanter Anteil sexueller Gewalt gegen Kinder von anderen Kindern und Jugendlichen ausgeübt wird. Außerdem geraten Tausende Kinder und Jugendliche ins Visier der Strafverfolgungsbehörden, weil sie sexualisierte Aufnahmen von sich oder anderen Kindern und Jugendlichen über das Internet verschicken. Mehr dazu im nächsten Abschnitt.

klicksafe-Material zum Thema Cybergrooming

Unser Lehrmaterial „Cybergrooming – Sexuelle Gewalt im Internet“ enthält viele Hintergrundinformationen zum Thema und bietet außerdem drei Praxisprojekte für die Arbeit mit Jugendlichen. Mithilfe dieser Praxisprojekte kann das Thema sexuelle Gewalt im Internet sowohl im schulischen als auch im außerschulischen Bildungskontext behandelt werden.

Das Material „Cybergrooming in der Grundschule“ sensibilisiert Kinder im Grundschulalter für dieses Thema. Im Verlauf der Reihe begleitet die Klasse das Eichhörnchen Flizzy. Es begegnet beim Spielen seltsamen Menschen und merkwürdigen Nachrichten. Die Klasse hilft Flizzy aus der Gefahr und lernt dabei verschiedene Schutzstrategien kennen und anzuwenden.

Das Eltern-Material „Und dann wollte er Nacktfotos: So machst du dein Kind stark gegen sexuelle Belästigung im Netz“ beantwortet die wichtigsten Fragen von Eltern rund um das Thema Cybergrooming und unterstützt sie dabei, mit ihren Kindern darüber zu sprechen.

Die Infobroschüre „WEHR DICH! Gegen sexualisierte Gewalt im Netz“ zeigt Jugendlichen, wie sie sich vor Cybergrooming im Internet schützen und dagegen wehren können.

Auf unserem Plakat „Warnsignale im Chat“ finden Heranwachsende Tipps, wann sie online misstrauisch sein sollten. Außerdem zeigen wir, wo Betroffene vertraulich und kostenlos Hilfe bekommen und sexualisierte Gewalt im Netz melden können.

Herstellung und Verbreitung von Aufnahmen sexueller Gewalt gegen Kinder

Die Zahl der Fälle im Bereich Herstellung, Verbreitung, Erwerb und Besitz von Abbildungen sexueller Gewalt gegen Kinder ist zwar leicht rückläufig (-2,7 %), liegt mit rund 42.000 Fällen jedoch nach wie vor auf einem hohen Niveau. Auch hier zeigt sich, dass Kinder und Jugendliche sowohl als Betroffene als auch als Täter*innen in Erscheinung treten. Fast die Hälfte (44 %) der Tatverdächtigen waren jünger als 18 Jahre. Bei der Verbreitung sogenannter „jugendpornografischer Inhalte” lag der Anteil der Tatverdächtigen unter 18 Jahren sogar bei 53 %.

In seinem Bundeslagebild weist das Bundeskriminalamt darauf hin, dass die Tatbegehung im Bereich der Abbildungen sexueller Gewalt gegen Kinder und Jugendliche primär über das Internet stattfindet. Dabei spielen unter anderem auch digitale Phänomene wie sexueller Missbrauch im Livestreaming und Sextortion eine Rolle.

klicksafe-Materialien zum Thema bildbasierte sexuelle Gewalt

Das Unterrichtsmaterial „Selfies, Sexting, Selbstdarstellung“ bietet einen Überblick über die von Jugendlichen meistgenutzten Dienste und informiert zu den Risiken wie problematische Rollenvorbilder, gewaltvolle Kommunikation oder die missbräuchliche Verwendung intimer Bilder.

Der Flyer „F***, ich werde mit Nacktbildern erpresst!“ von klicksafe und JUUUPORT bietet konkrete Fallbeispiele, praktische Tipps zum Schutz vor Sextortion, Handlungsempfehlungen für Betroffene, rechtliche Fakten und Informationen zu Anlaufstellen für Hilfe und Beratung.

In unserem Podcast „klicksafe fragt… warum verbreiten Minderjährige Missbrauchsdarstellungen?“ sprechen wir mit Holger Kind, Sachgebietsleiter der Zentralstelle Kinderpornografie beim Bundeskriminalamt, darüber, wie die hohen Zahlen von minderjährigen Tatverdächtigen bei der Verbreitung von Missbrauchsdarstellungen zu erklären sind. Und wie wir durch Aufklärung und Medienkompetenz dabei helfen können, die Verbreitung von Missbrauchsdarstellungen zu verhindern.

In unserem Webinar „Loverboy, Cybergrooming, Sextortion – Kinder und Jugendliche vor sexueller Ausbeutung schützen“ erfahren Eltern und pädagogische Fachkräfte, von welchen Formen sexueller Gewalt Kinder und Jugendliche im Internet betroffen sein können. Unterstützt wurde das Webinar durch das Landeskriminalamt Rheinland-Pfalz.


Quelle: klicksafe (Link zu externer Webseite)

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