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14.11.2025 | Aktuelles

JIM-Studie 2025 zeigt: KI ist im Alltag von Jugendlichen fest verankert

Die repräsentative Studie JIM (Jugend, Internet, Medien) 2025 untersucht das Mediennutzungsverhalten der 12- bis 19-Jährigen in Deutschland. Wir stellen zentrale Ergebnisse der Untersuchung vor und zeigen Tipps und Hilfestellungen beim Medienumgang für Jugendliche, Lehrkräfte und Erziehungsberechtigte.


Das sind die wichtigsten Ergebnisse

Neben Abfragen zu grundlegenden Themen wie dem Stellenwert von Social Media oder der Nutzungsdauer mobiler Geräte, untersuchte die JIM-Studie 2025 insbesondere den Umgang der Jugendlichen mit Künstlicher Intelligenz. Der Aufwärts-Trend der KI-Nutzung ist deutlich: Die Anzahl der Jugendlichen, die KI-Tools einsetzen, stieg 2025 um 29 Prozentpunkte an. Damit nutzt die große Mehrheit (91 %) der 12- bis 19-Jährigen Künstliche Intelligenz.

Diese Entwicklung verdeutlicht die zunehmende Relevanz, die Künstliche Intelligenz im Alltag der Jugendlichen einnimmt. Die diesjährige JIM-Studie gibt Aufschluss darüber, wie verbreitet KI-Anwendungen sind, zu welchem Zweck die Jugendlichen sie einsetzen und wie sie die Antworten der KI bewerten.

Jugendliche benutzen mehr KI-Anwendungen

Jugendliche im Alter von 16 bis 19 Jahren nutzen die verschiedenen KI-Anwendungen häufiger als die 12- bis 15-Jährigen, einzige Ausnahme bildet die KI von Meta. Am weitesten verbreitet in beiden Altersgruppen ist ChatGPT: 78 Prozent der jüngeren Altersgruppe verwenden die KI, bei den 16- bis 19-Jährigen sind es sogar 90 Prozent.

Insgesamt setzen 91 Prozent mindestens eine der KI-Anwendungen ein, 2024 waren es noch 62 Prozent der Befragten. 69 Prozent der Jugendlichen geben dabei an, mindestens einmal pro Woche KI zu nutzen.

Jugendliche nutzen KI verstärkt für Hausaufgaben und zur Information

Am häufigsten greifen Jugendliche bei der Bearbeitung von Schulaufgaben oder beim Lernen auf KI zurück. Auch das Beschaffen von Informationen ist mit 70 Prozentpunkten inzwischen eines der Haupteinsatzgebiete von KI und der Bereich, der den größten Zuwachs im Vergleich zu 2024 verzeichnet. Die Nutzung von Künstlicher Intelligenz zur Unterhaltung nimmt hingegen leicht ab.

Unterschiede zeigen sich vor allem zwischen den Altersgruppen: 63 Prozent der 16- bis 19-Jährigen setzen KI in der Schule ein, während nur 39 Prozent der 12- bis 15-Jährigen KI in diesem Bereich verwenden. Dagegen nutzt die Hälfte der jüngeren Altersgruppe (51 %) KI zum Vergnügen gegenüber 44 Prozent der 16- bis 19-Jährigen. 

Jugendliche recherchieren mit unterschiedlichen Mitteln

Die Jugendlichen verwenden vor allem Suchmaschinen wie Google, um nach Informationen zu suchen (68 %). Allerdings werden auch bei Suchanfragen auf Google häufig KI-generierte Antworten vorgeschlagen, daher ist davon auszugehen, dass auch ein Teil dieser Recherchen über KI erfolgen.

Das zweithäufigste Recherchetool ist ChatGPT mit 39 Prozentpunkten, erst danach folgen Websites und Social Media wie Instagram oder TikTok. Wikipedia wird nur noch von einem Fünftel regelmäßig herangezogen. Auch Influencer*innen dienen als Nachrichtenquelle: 37 Prozent der Jugendlichen folgen Influencer*innen, um sich über das aktuelle Tagesgeschehen zu informieren. Dieser Anteil steigt von 25 Prozent bei den 12- bis 15-Jährigen auf beinahe das Doppelte (48 %) bei den 16- bis 19-Jährigen.

Die Mehrheit der Jugendlichen vertraut den Informationen, die KI liefert

Insgesamt 57 Prozent der Jugendlichen halten die Informationen der KI für vertrauenswürdig, obwohl diese Halluzinationen und Falschinformationen enthalten können.

Die Mädchen sehen KI etwas kritischer als die Jungen: 44 Prozent der Mädchen bereitet das Thema KI Sorgen, bei den Jungen teilen weniger als ein Drittel diese Einstellung. Auch sind mehr Jungen (63 %) als Mädchen (55 %) der Überzeugung, dass Krisen mithilfe von KI bewältigt werden können.

Medienkompetenz bei Jugendlichen verbesserungswürdig

Die Vermittlung und Stärkung von Medienkompetenz für Kinder und Jugendliche bleibt eine wichtige Aufgabe. So wissen drei von zehn Jugendlichen nicht, was sich hinter der Bilder-Rückwärtssuche oder einer VPN-Verbindung verbirgt, zwei von zehn ist der Begriff Deepfakes unbekannt. Hierbei steigt die Medienkompetenz mit zunehmenden Alter. Jungen schätzen sich in allen Bereichen kompetenter ein als Mädchen.

Beim Blick auf die Schulform zeigt sich, dass Gymnasiast*innen ihre Fähigkeiten in allen Bereichen höher bewerten als Jugendliche an Haupt- und Realschulen.

Desinformationen und Beleidigungen im Netz nehmen weiter zu

Immer mehr Kinder und Jugendliche kommen im Netz mit problematischen Inhalten in Berührung. So zeigt die JIM-Studie, dass 67 Prozent der Jugendlichen im Verlauf des letzten Monats Fake News begegnet sind (2024: 61 %). 64 Prozent sind von Beleidigungen betroffen (2024: 57 %), 59 Prozent berichten über negative Erfahrungen mit extremen politischen Ansichten (2024: 54 %) und 47 Prozent sind mit Hassbotschaften in Kontakt gekommen (2024: 40 %).

Mit Ausnahme von persönlichen Beleidigungen verzeichnen alle angeführten Problembereiche einen spürbaren Zuwachs. Nur 17 Prozent der zwölf- bis 19-Jährigen sind noch keinem dieser Phänomene begegnet (2024: 23 %).

Fazit

Künstliche Intelligenz ist fester Bestandteil im Alltag der Jugendlichen – eine deutliche Mehrheit setzt diese Anwendungen mindestens einmal wöchentlich ein. Dabei dient KI vorrangig dem Beschaffen von Informationen. Hinzu kommt, dass KI auch von Suchmaschinen eingesetzt wird und somit ebenfalls die Recherchen beeinflusst, die nicht direkt über KI-Anwendungen durchgeführt werden.

Diese Entwicklungen unterstreichen die zentrale Bedeutung der Informations- und Nachrichtenkompetenz von Jugendlichen: Mit zunehmendem Einsatz von KI treten auch Falschinformationen, Halluzinationen und Deepfakes häufiger auf.  Die Jugendlichen müssen daher befähigt werden, Inhalte zu prüfen, Fakes zu erkennen und Informationen kritisch zu bewerten. 

Die Vermittlung dieser Kompetenzen ist eine der Aufgaben der Medienanstalt Rheinland-Pfalz, die sich mit der EU-Initiative klicksafe für die Stärkung der Medienkompetenz und einen kritischen Umgang mit KI einsetzt. 

Diese Hilfsangebote bietet die Medienanstalt Rheinland-Pfalz

EU-Initiative klicksafe

Mit klicksafe hat die Medienanstalt RLP eine Initiative, die das Ziel hat, die Online-Kompetenz der Menschen zu fördern und sie mit vielfältigen Angeboten beim kompetenten und kritischen Umgang mit dem Internet zu unterstützen. klicksafe bündelt und entwickelt relevante Informationen und Angebote zu einer sicheren, kompetenten und selbstbestimmten Internetnutzung. Sie richtet sich dabei insbesondere an Menschen, die Kinder und Jugendliche dabei unterstützen, ihre Internetkompetenzen auszubauen – von Eltern über Lehrkräfte bis hin zu Multiplikator*innen – aber auch an alle, die sich selbst fit machen wollen. So erhalten Nutzer*innen einen Überblick über aktuelle Online-Themen sowie konkrete Tipps für den digitalen Alltag.

Weitere Info

SoliNet

SoliNet ist eine zentrale Beratungsstelle für Betroffene von Hass und Gewalt im Netz in Rheinland-Pfalz. Betroffene erhalten neben psychosozialer Beratung auch beratende Unterstützung, beispielsweise zur Beweissicherung oder bei Fragen zur straf- und zivilrechtlichen Verfolgung von Hass im Netz. Zudem hilft SoliNet mit Tipps zur digitalen Sicherheit und gibt Betroffenen Kommunikationsstrategien an die Hand. Das Angebot von SoliNet ist kostenfrei. Die Beratung kann vor Ort, telefonisch oder online erfolgen und wird auf Wunsch anonym durchgeführt.

Weitere Info

Über die JIM-Studie 2025

Für die aktuelle JIM-Studie 2025 wurden in ganz Deutschland insgesamt 1.200 Jugendliche im Alter von zwölf bis 19 Jahren befragt. Die Befragung fand von Juni bis Juli 2025 statt. Die Studienreihe JIM (Jugend, Information, Medien) bildet das Medienverhalten der Jugendlichen ab und liefert Basisdaten zum Umgang der Befragten mit Medien.

Durchgeführt wird die JIM-Studienreihe vom Medienpädagogischen Forschungsverbund Südwest (mpfs), eine Kooperation der Medienanstalt Rheinland-Pfalz und der Landesanstalt für Kommunikation Baden-Württemberg (LFK), in Zusammenarbeit mit dem Südwestrundfunk (SWR). Alle Ausgaben der JIM-Studienreihe seit 1998 sind auf der Webseite des mpfs abrufbar: 

www.mpfs.de/studien

Zum Download

JIM-Studie 2025

Materialien, Bereich, Medienkompetenz, Medienregulierung, Medienanstalt, Studienreihe

Veröffentlicht am: 14.11.2025
Herausgeber*in: Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest (mpfs)

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[kommunikation]@medienanstalt-rlp.de


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