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24.08.2023 | Medienkompetenz

Was Eltern über Discord wissen müssen

Discord ist ein Online-Dienst, der ursprünglich für die Bedürfnisse der Videospiel-Community entwickelt wurde. Über Discord kann man sich vernetzen, chatten und sprechen, während man gemeinsam online Videospiele spielt. Discord ist nach wie vor eine Plattform, die besonders in der Videospielszene beliebt ist, aber zunehmend auch darüber hinaus genutzt wird.

Was ist Discord?

Nach der kostenlosen Registrierung stehen den Nutzer*innen auf Discord viele Möglichkeiten zur Vernetzung offen. Die Plattform ist unterteilt in verschiedene „Server“. Sie funktionieren wie themenbasierte Chaträume. Zu vielen bei Kindern und Jugendlichen beliebten Games finden sich auf Discord offizielle Chaträume. Zum Beispiel zu Fortnite, Minecraft oder Roblox. Dort sind in der Regel zwischen 100.000 und 200.000 Nutzer*innen gleichzeitig aktiv.

Discord ist allerdings nicht auf Gaming beschränkt, sondern bietet auch Chaträume in den Themen Musik, Lernen, Wissenschaft & Technik sowie Unterhaltung an. Darüber hinaus können alle Nutzer*innen auch eigene Server anlegen. Diese kann man entweder öffentlich einrichten oder nur seinen Freund*innen Zugang gewähren. Bekommt man selbst eine Einladung zu einem privaten Server von anderen Nutzer*innen, kann man diese Einladung annehmen und dort beitreten. In Chaträumen kann man per Text-, Sprach- oder Videochat miteinander kommunizieren. Auch Bilder und Videos können gepostet und der Bildschirm geteilt werden.

Discord ist für alle gängigen Betriebssysteme verfügbar. Man kann Discord auf mobilen Geräten, am PC und auf einigen Videospielkonsolen nutzen. Alle wichtigen Funktionen sind in der kostenlosen Basis-Version der App verfügbar. Man kann jedoch kostenpflichtige Zusatzfunktionen zu kaufen. Das sind zum Beispiel andere Emojis oder animierte Profilbilder.

Obwohl es bunt und jugendlich aussieht, ist Discord nicht auf die sichere Nutzung durch Kinder und Jugendliche ausgelegt. Eltern, die ihren Kindern die Nutzung von Discord erlauben, sollten das gut vorbereiten. Zum Beispiel sollten sie unbedingt gemeinsam mit ihren Kindern die Sicherheitseinstellungen vornehmen und klare Verhaltensregeln besprechen. Anregungen dafür finden sich weiter unten bei „Tipps für Eltern“.

Risiken der App-Nutzung auf einen Blick:

  • Keine wirksame Kontrolle des Mindestalters
  • Jugendgefährdende Inhalte (z. B. Pornografie)
  • Cybergrooming (Kontaktanbahnung durch Fremde)
  • Viele Angebote zum Kauf oder Verkauf von Spieleinhalten
  • Unzureichende Meldemöglichkeiten bei Belästigung

Tipps für Eltern

Wenn Sie Ihrem Kind die Nutzung von Discord erlauben möchten, dann sollten Sie Folgendes beachten:

  • Richten Sie den Discord-Account gemeinsam mit Ihrem Kind ein. Besonders den Einstellungen im Bereich „Privatsphäre & Sicherheit“ sollten Sie Aufmerksamkeit schenken, um zu verhindern, dass ihr Kind von Fremden kontaktiert werden kann. Außerdem sollte das richtige Geburtsdatum angegeben werden, um zu verhindern, dass Server mit pornografischen Inhalten angezeigt werden können.
  • Stellen Sie klare Regeln für die Nutzung auf, zum Beispiel keine Einladungen oder Geschenke von Fremden annehmen. Keine Verabredungen zum Kaufen oder Verkaufen von Spieleinhalten. Keine privaten Details preisgeben.
  • Bleiben Sie mit Ihrem Kind im Austausch darüber, was es auf der Plattform erlebt und signalisieren Sie, dass Sie ansprechbar sind, wenn es Probleme gibt.
  • Nutzen Sie das Familienzentrum. Erziehungsberechtigte können damit ihren eigenen Account und den Account ihres Kindes verknüpfen. Die Aktivitäten des Kindes der letzten sieben Tage (zum Beispiel Nachrichten oder Serverbeitritte) können danach von den Erziehungsberechtigten eingesehen werden. Achtung: Das Familienzentrum erlaubt es nicht, Einstellungen an dem Account des Kindes vorzunehmen. 

Auf www.medien-kindersicher.de gibt es praktische Schritt-für-Schritt-Anleitungen für sichere Einstellungen in Discord.

Die Risiken von Discord im Detail

Altersbeschränkung

Zwar ist eine Registrierung bei Discord laut allgemeiner Geschäftsbedingungen (AGB) erst ab 16 Jahren erlaubt, eine zuverlässige Altersprüfung findet jedoch nicht statt. Bei Nutzer*innen zwischen 16 und 18 Jahren müssen laut AGB die Erziehungsberechtigten den Nutzungsbedingungen zustimmen. Auch hier findet keine Überprüfung statt.

In-App-Käufe und Trading

Discord bietet die Option, eine Kreditkarte oder PayPal mit dem Nutzer*innenprofil zu verknüpfen. Damit kann man ein Abo bezahlen, um das eigene Nutzer*innenprofil mit weiteren Zusatzfunktionen aufzuwerten. Diese Mitgliedschaft lässt sich auch kaufen und dann verschenken. Personen, die Kontakt zu Kindern suchen, können diese Geschenke nutzen, um sich bei ihren Opfern einzuschmeicheln und beliebt zu machen.

Zwar kann auf Discord außer der Mitgliedschaft zur Zeit nichts gekauft werden, dennoch ist die Plattform vom sogenannten „Trading“ (zu deutsch: Handeln) geprägt. Viele der bei Kindern beliebten Spiele wie Fortnite oder Roblox bieten besondere Gegenstände oder Fertigkeiten in der Spielwelt, die sich an andere Spieler*innen weitergeben lassen. Als Geschenk, aber auch als Tauschgeschäft oder als Verkauf gegen Geld. Auf Discord finden sich viele dieser Angebote zum „traden“. Auch wenn die Zahlung oder der Tausch nicht auf Discord selbst stattfindet, so werden hier die dazu nötigen Verabredungen getroffen. Achtung: Bei diesen Angeboten kann es sich um Betrugsmaschen handeln, die von Kindern und Jugendlichen unter Umständen nicht richtig eingeschätzt werden können.

Kontaktaufnahme durch Fremde

Besonders auf Plattformen, die dafür bekannt sind, auch von Kindern genutzt zu werden, kann es zu Cybergrooming kommen. Discord erlaubt es anderen Nutzer*innen private Nachrichten zu schreiben. Eine Kontaktaufnahme durch Personen, die man nicht kennt, lässt sich durch die Sicherheitseinstellungen im Profil verhindern. Hier kann man einstellen, dass man nur Nachrichten von Personen aus der eigenen Freundesliste bekommen möchte. Auch kann hier verhindert werden, dass man zu anderen Freundeslisten hinzugefügt werden kann. Diese Einstellungen müssen nach Anmeldung manuell vorgenommen werden. Die Grundeinstellungen sind unsicher.

Unzureichendes Meldesystem

Es besteht die Möglichkeit, sich bei Belästigung, Mobbing oder sonstigem unangemessenem Verhalten an das Trust & Safety-Team von Discord zu wenden. Allerdings sind die Hürden, um so eine Meldung durchzuführen, so hoch, dass es unwahrscheinlich ist, dass Kinder oder Jugendliche diesen Prozess problemlos alleine durchlaufen können. Discord stellt im Hilfebereich eine Anleitung für den umständlichen Meldeprozess zur Verfügung. Nachdem man alle benötigten Daten zusammengesammelt hat, kann man seine Beschwerde über ein Formular abgeben.

Schwierigkeiten gibt es bei Belästigungen im Audio- oder Videochat oder bei Belästigungen in Textform, die allerdings im Nachhinein von dem Täter oder der Täterin gelöscht wurden. In diesen Fällen kann man zwar eine Beschwerde einreichen, diese wird aber aufgrund der fehlenden Beweise unter Umständen folgenlos bleiben.

Pornografische und jugendgefährdende Inhalte

Discord erlaubt auf seiner Plattform auch pornografische Inhalte. Diese Chaträume müssen allerdings mit der Abkürzung „NSFW“ (Not Safe For Work) gekennzeichnet werden. Bei Erstellung des Accounts, wird einmalig darum gebeten sein Geburtsdatum anzugeben. Wer unter 18 Jahren ist und das korrekte Geburtsdatum angibt bekommt keinen Zugang. Ob man das korrekte oder ein falsches Geburtsdatum angibt wird jedoch nicht überprüft.

Abgesehen von pornografischen Inhalten gibt es auch andere jugendgefährdende Bilder und Textnachrichten auf Discord. Bei einer stichprobenartigen Kontrolle ließen sich gewaltverherrlichende, rassistische und verschwörungsideologische Inhalte finden.


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[info]@klicksafe.de


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