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17.02.2026 | Medienkompetenz

EU-Kommission veröffentlicht Aktionsplan gegen Cybermobbing

Anlässlich des Safer Internet Day 2026 am 10. Februar hat die EU-Kommission einen Aktionsplan gegen Cybermobbing vorgestellt. Damit sollen nachhaltige und wirksame Maßnahmen gegen dieses anhaltende Problem ergriffen werden. Laut einer Umfrage war EU-weit bereits jede sechste Person im Alter von 11 bis 15 Jahren von Cybermobbing betroffen. Jede achte Person hat selbst online andere gemobbt. Wir stellen vor, welche Maßnahmen im Aktionsplan gegen Cybermobbing vorgesehen sind.

Der nun vorgestellte Aktionsplan baut auf drei Säulen auf:

  • Ein koordiniertes EU-Konzept für den Schutz
  • Prävention und Sensibilisierung
  • Berichterstattung und Unterstützung

Zu den Maßnahmen gehört auch die Entwicklung einer EU-weit nutzbaren App für Jugendliche. Mit dieser App sollen Betroffene Vorfälle an eine nationale Hotline melden können. Daneben erhalten sie in der App auch Unterstützung und können Beweise sicher speichern und übermitteln. Das Konzept für die App wird von der EU-Kommission entwickelt, die Mitgliedsstaaten können die Anwendung dann übersetzen, anpassen und mit nationalen Hilfs- und Unterstützungsangeboten verknüpfen. Durch die App soll es betroffene Kinder und Jugendliche ermöglicht werden sich zu schützen, sich gegen Online-Mobbing zu wehren und verantwortliche Personen zur Rechenschaft zu ziehen.

Um die Koordinierung nationaler Ansätze zur Bekämpfung von Cybermobbing zu verbessern sollen die EU-Länder nationale Pläne entwickeln und auf der Grundlage eines gemeinsamen Verständnisses von Cybermobbing Daten erheben und vergleichen. Bestehende Initiativen und Regelungen sollen überprüft bzw. überarbeitet werden. So wird die EU-Kommission z.B. die Leitlinien zum Schutz Minderjähriger nach dem Gesetz über digitale Dienste (DSA) mit einem besonderen Fokus auf die Bekämpfung von Cybermobbing überprüfen und Leitlinien für vertrauenswürdige Hinweisgeber (Trusted Flagger) nach dem DSA annehmen. Auch bei der laufenden Überprüfung der Richtlinie über Audiovisuelle Mediendienste (AVMD-Richtlinie) und bei der Umsetzung der Bestimmungen der Verordnung über künstliche Intelligenz (KI) über verbotene KI-Praktiken wird ein besonderer Fokus auf dem Thema Cybermobbing liegen.

Prävention und Aufklärung spielen als eine der drei Säulen im Aktionsplan eine bedeutende Rolle. Dabei soll Cybermobbing bei der anstehenden Überarbeitung der „Leitlinien für Lehrkräfte und pädagogische Fachkräfte zur Bekämpfung von Desinformation und zur Förderung der digitalen Kompetenz durch allgemeine und berufliche Bildung“ ein besonderer Schwerpunkt sein. Auch sollen die Ressourcen zur Bekämpfung von Cybermobbing und für die Weiterbildung in Schulen und außerschulischer Bildungsarbeit verstärkt werden.

Der Aktionsplan gegen Cybermobbing wird nun gemeinsam mit den EU-Ländern, der Industrie, der Zivilgesellschaft, internationalen Organisationen und Kindern selbst umgesetzt.

→ Hier können Sie den Gesamttext des Aktionsplans lesen (nur auf Englisch verfügbar)


Quelle: klicksafe (Link zu externer Webseite)

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