Cybermobbing ist kein harmloser Streit im Netz, sondern ein ernstes Problem mit weitreichenden Folgen. Das bestätigen auch die Ergebnisse einer Umfrage unter den 65.820 Schüler*innen im Rahmen der klicksafe Schulstunde. Insgesamt schalteten sich 2.194 Schulklassen der Jahrgangsstufen fünf bis acht zu dem interaktiven, inklusiven Streamingformat dazu, um die Mechanismen und weitreichenden Auswirkungen von digitaler Anfeindung zu verstehen, zu diskutieren und zu reflektieren. „Cybermobbing ist ein Problem, das viel zu viele junge Menschen betrifft – noch einmal mehr aber junge Menschen mit Beeinträchtigung. Das dürfen wir als Gesellschaft nicht länger hinnehmen.", erläutert Christina Marx, Sprecherin der Aktion Mensch.
Die Rekordteilnahme macht deutlich, wie hoch der Bedarf an Aufklärung und Präventionsarbeit ist, um Kinder und Jugendliche frühzeitig für die Risiken von digitaler Gewalt zu sensibilisieren und ihre Medienkompetenz zu stärken. Gleichzeitig zeigt sich, dass junge Menschen mehr Handlungsstrategien und Unterstützungsangebote benötigen, um die Mobbing-Spirale zu durchbrechen. „Schon kleine Handlungen können einen Unterschied machen und ein Umfeld schaffen, in dem Respekt, Zusammenhalt und Zivilcourage stärker sind als Ausgrenzung. Jede Person kann hier Verantwortung übernehmen. Wer hinschaut und handelt, durchbricht die Dynamik, die Cybermobbing antreibt“, erklärt Deborah Woldemichael, Leiterin von klicksafe bei der Medienanstalt Rheinland-Pfalz.
Model, Speaker und Content Creator Tony Eberhardt war selbst aufgrund seiner Hörbehinderung viele Jahre von Mobbing betroffen und erzählte während der klicksafe Schulstunde eindrücklich von seinen Erlebnissen: „Wenn meine Geschichte dazu beiträgt, dass auch nur ein Kind den Mut findet, darüber zu sprechen, ein Lehrer genauer hinsieht, Eltern früher handeln oder politische Veränderungen angestoßen werden, dann hat all das, was ich erlebt habe, heute einen Sinn.“
Prof. Dr. Thomas-Gabriel Rüdiger ordnete das Thema aus kriminologischer Perspektive ein und zeigte den Schüler*innen auf, welche Konsequenzen Cybermobbing für die Täter*innen haben kann. „Ich finde, es ist wichtig, dass alle wissen: Man kann sich Hilfe holen und mit jemandem darüber reden.“ Dazu rät Chioma Alukuma, Beraterin bei Nummer gegen Kummer e.V. Durch ihre Schilderung der Arbeit beim Hilfetelefon für Kinder und Jugendliche, gelang es ihr, Hürden abzubauen.
Die klicksafe Schulstunde wurde diesmal in Kooperation mit Aktion Mensch und der Nummer gegen Kummer umgesetzt. Erstmals wurde die gesamte Schulstunde mit Unterstützung der Aktion Mensch in Deutsche Gebärdensprache übersetzt. Durch die Nummer gegen Kummer wurde die klicksafe Schulstunde zusätzlich um ein unmittelbares Hilfeangebot für alle teilnehmenden Schüler*innen ergänzt.
Hier geht es zur gemeinsamen Pressemitteilung vom 17.09.2026.
klicksafe Materialien zu Cybermobbing
Um das Thema Cybermobbing über die klicksafe Schulstunde hinaus nachhaltig zu verankern, stellt klicksafe umfangreiche Materialien zur Verfügung. Praxisnahe Unterrichtsprojekte zeigen Schüler*innen, wie sie Mobbing frühzeitig erkennen, Zivilcourage zeigen und als Klassengemeinschaft zu einem respektvollen Miteinander beitragen können. Eltern können sich darüber informieren, wie sie Anzeichen von Cybermobbing frühzeitig bei den eigenen Kindern erkennen und wie sie damit umgehen sollten. Viele Materialien sind in Einfacher Sprache verfasst und barrierefrei gestaltet.