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03.08.2022 | Medienkompetenz

Gruselfigur aus dem Internet besorgt Eltern

Momentan mehren sich die Berichte über eine Gruselfigur, die Kinder verängstigt. Dabei handelt es sich um die Figur Huggy Wuggy aus dem Videospiel Poppy Playtime. Im Ausland ist das Phänomen schon vor einigen Monaten durch die Presse gegangen. Mittlerweile ist es auch in Deutschland angekommen. Müssen sich Eltern Sorgen machen? Wir erklären, was es mit Huggy Wuggy auf sich hat und zeigen, wie Eltern ihre Kinder schützen können.

Wer ist Huggy Wuggy?

Huggy Wuggy ist eine Figur aus einem Horror-Videospiel. Das Spiel heißt Poppy Playtime und richtet sich an Jugendliche und Erwachsene. Für jüngere Kinder ist es aufgrund des beängstigenden Inhalts nicht geeignet. Der Schauplatz des Spiels ist eine verlassene Spielzeugfabrik, in der gruselige Spielzeuge ihr Unwesen treiben.

Woher kennen Kinder Huggy Wuggy?

Oftmals kennen Kinder die gruselige Figur gar nicht aus dem eigentlichen Zusammenhang, in dem Fall also aus dem Videospiel. Über Kanäle wie YouTube, Instagram oder TikTok, aber auch auf Plattformen wie Roblox werden Bilder und Videos mit der Figur verbreitet. Das liegt daran, dass viele Personen auf den Hype um eine Figur aufspringen. Dann produzieren sie zum Beispiel Videos mit Bezug zu der bekannten Figur in der Hoffnung, dass dadurch viele Personen das Video anklicken. Einige Kinder erfahren sicherlich auch von älteren Geschwistern, im Kindergarten oder in der Schule von der angesagten Figur, die man mittlerweile auch als Kuscheltier kaufen kann.

Ist Huggy Wuggy gefährlich für mein Kind?

Nein, generell besteht keine Gefahr für Kinder. Gruselige Figuren sind seit jeher Teil des Erwachsenwerdens. Mit ihnen können Kinder auf spielerische Weise lernen, mit Emotionen wie Angst umzugehen. Allerdings ist es wichtig, dass Kinder dies in ihrem eigenen Tempo und selbstbestimmt tun können. Wenn sich Kinder freiwillig für gruselige Figuren interessieren und sich spielerisch diesem Grusel aussetzen, ist das ein normaler Entwicklungsschritt. Oft dient das auch zur Abgrenzung gegenüber jüngeren Kindern und als Beweis für sich und für andere, dass man „schon groß“ ist. Problematisch ist es allerdings, wenn Kinder unfreiwillig verängstigenden Inhalten ausgesetzt werden, die sie überfordern. Zum Beispiel wenn sie Bildern von Huggy Wuggy im Internet begegnen oder wenn sie beim Spielen in der Kita durch andere Kinder mit Huggy Wuggy konfrontiert werden. Hier können Eltern und Erziehende helfen, indem sie Trösten und das Gesehene oder Gehörte einordnen.

Wie kann ich mein Kind vor überfordernden Inhalten im Internet schützen?

Jüngere Kinder sollten das Internet nur begleitet und beaufsichtigt nutzen. In jedem Fall sollten die Geräte und die genutzten Dienste kindersicher eingestellt werden. Anleitungen dafür gibt es auf www.medien-kindersicher.de. Wenn es kindgerechte Angebote gibt, wie zum Beispiel YouTube Kids, sollten diese genutzt werden. Ältere Kinder und Jugendliche, die das Internet schon weitgehend selbstständig nutzen können, kann man als Vertrauensperson unterstützen. Das bedeutet, dass man sich regelmäßig nach den Online-Erfahrungen erkundigt, sich interessiert zeigt und signalisiert, ansprechbar zu sein, wenn es Probleme gibt. Vermitteln Sie Kindern außerdem, dass sie immer abschalten und die Situation verlassen können, wenn sie etwas verängstigt.

Wie kann ich mein Kind unterstützen, wenn es von Huggy Wuggy verängstigt ist?

Wichtig ist es, die Ängste ernst zu nehmen und mit dem Kind zu sprechen. Lassen Sie sich erzählen, wo das Kind mit der Figur Huggy Wuggy in Kontakt gekommen ist. Betonen Sie, dass es sich um eine erfundene Figur handelt, von der keine Gefahr ausgeht. Und erklären Sie, dass Menschen schon viele Gruselfiguren erfunden haben, weil es manchmal Spaß macht, sich absichtlich zu gruseln. Überlegen Sie gemeinsam, ob das Kind nicht bereits andere Gruselfiguren kennt (Frankenstein, Vampir, Gespenst, Zombie), vor denen es sich gar nicht mehr fürchtet. Oder denken Sie sich gemeinsam eine eigene Gruselfigur aus, die vielleicht nicht nur gruselig ist, sondern auch lustige Eigenschaften hat. So können Ängste spielerisch bearbeitet und positiv umgeleitet werden.

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