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21.06.2023 | Medienkompetenz

Vom Bystander zum Upstander – Tipps für Jugendliche bei Cybermobbing

Wenn Kinder und Jugendliche von Cybermobbing betroffen sind, fühlen sie sich oft hilflos und isoliert. Das zeigen auch drei Video-Spots von Webwise, dem Safer Internet Centre Irland. Die Videos der Kampagne #SilentWitness bieten die Möglichkeit, mit Jugendlichen zum Thema Cybermobbing ins Gespräch zu kommen. Wie können Jugendliche bei Mobbing helfen, ohne selbst zur Zielscheibe zu werden? Unser neues Infoblatt „Du beobachtest Cybermobbing? So wirst du zum Upstander!“ beantwortet diese Frage und gibt hilfreiche Tipps.

Cybermobbing kann alle treffen. Die 2022 veröffentlichte „Cyberlife IV“-Studie der Techniker Krankenkasse zeigt, dass rund 17 Prozent der Schüler*innen Cybermobbing erleben. Alleine in Deutschland sind das 1,8 Millionen betroffene Kinder und Jugendliche. Für sie hat Mobbing oft schwere Folgen: Sie fühlen sich hilflos, sozial isoliert und kämpfen zum Teil mit körperlichen Symptomen.

Video-Kampagne ruft dazu auf, sich gegen Cybermobbing einzusetzen

Im Rahmen der Kampagne #SilentWitness zeigt das irische Safer Internet Centre webwise.ie in drei Videos, wie schnell Jugendliche Betroffene von Cybermobbing werden können. Die Spots reflektieren die Auswirkungen von Cybermobbing und ermutigen dazu, Vorfälle zu melden. Mithilfe der Videos können zum Beispiel in Schulklassen Gespräche angeregt werden, wie wir alle dazu beitragen können, Respekt und Empathie in digitalen Räumen zu fördern.

Vom Bystander zum Upstander – Wie Jugendliche Betroffenen helfen können

Oft gibt es beim Cybermobbing auch Unbeteiligte, sogenannte Bystander. Sie sind weder Opfer noch Täter und beobachten das Geschehen. Beispielsweise in den Kommentaren auf Social Media oder im Klassenchat. Diese Bystander befinden sich in einer schwierigen Situation: Sie möchten vielleicht helfen, wissen aber nicht immer wie. Und sie möchten auf keinen Fall selbst zum Ziel von Mobbing-Attacken werden.

So wirst du vom Bystander zum Upstander!

  • Schau nicht weg!
    Du beobachtest online, dass jemand beleidigt wird? Oder war das alles vielleicht doch nur ein blöder Scherz? Manchmal ist es gar nicht einfach einzuschätzen, ab wann eine Situation wirklich ernst ist. Wichtig ist: Schau nicht weg! Beobachte den weiteren Verlauf oder hol dir Hilfe, um die Situation richtig zu bewerten.
  • Überlasse es nicht anderen!
    Wenn du im Netz Cybermobbing beobachtest, denkst du vielleicht: „Bestimmt hilft jemand anderes!“. Das Problem ist, dass viele so denken und darum nicht handeln. Überlasse es nicht anderen, etwas zu tun: Werde selbst aktiv!
  • Sprich es an!
    Betroffene von Cybermobbing fühlen sich oft hilflos und isoliert. Selbst wenn du als Beobachter*in unsicher bist, wie du helfen kannst, kannst du auf Betroffene zugehen. Signalisiere: Du siehst, was passiert und möchtest helfen.
  • Melde Cybermobbing!
    Du traust dich nicht, dich aktiv einzuschalten? Du kannst trotzdem etwas tun! Melde die Vorfälle bei den Social Media Diensten. Außerdem kannst du dich an eine Vertrauensperson in der Schule wenden und erzählen, was du beobachtest.
  • Weise auf Hilfsangebote hin!
    Du kannst Betroffenen außerdem helfen, indem du sie auf Beratungs- und Hilfsangebote hinweist. Zum Beispiel auf das Kinder- und Jugendtelefon der Nummer gegen Kummer oder auf die Beratungsplattform juuuport.de.
  • Sei ein Vorbild im Netz!
    Wir alle wollen uns sicher und akzeptiert fühlen – online und offline. Du kannst auch etwas dazu beitragen, indem du selbst auf einen positiven und freundlichen Umgang mit anderen achtest.

Alle Tipps stehen auch auf unserem neuen Infoblatt zur Verfügung. Dieses können Sie über unser Materialsystem herunterladen und an Jugendliche verteilen.


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Kontaktieren Sie uns, wir freuen uns, wenn wir ihnen weiterhelfen können.
[info]@klicksafe.de


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