Nach oben

zurück zur Übersicht

02.11.2021 | Die Medienanstalten

Transparenzoffensive im Netz gefordert

Gremienvorsitzendenkonferenz der Medienanstalten setzt sich für mehr Transparenz über die Funktionsweise von Google, Facebook und Co. ein

Gremienvorsitzendenkonferenz der Medienanstalten setzt sich für mehr Transparenz über die Funktionsweise von Google, Facebook und Co. ein

Suchmaschinen, Soziale Netzwerke und andere Medienintermediäre werden für Meinungsbildungsprozesse immer relevanter. Neben ihrer Funktion als Werbeplattform sind sie zugleich Orte des menschlichen Miteinanders und oft erste Anlaufstelle für Informationen und Meinungen. Dabei haben die von Medienintermediären genutzten Algorithmen entscheidenden Einfluss darauf, welche Inhalte die Nutzenden erreichen. Die Gremienvorsitzendenkonferenz (GVK) der Medienanstalten hat sich in den letzten Monaten im Austausch mit Vertreterinnen und Vertretern netzpolitischer Organisationen und gesellschaftlicher Gruppen intensiv mit der Frage beschäftigt, ob die Funktionsweise von Medienintermediären für Nutzende nachvollziehbar ist. Im Ergebnis ist die GVK zu dem Schluss gekommen, dass ein Mehr an Transparenz geboten ist und schlägt vier Handlungsmöglichkeiten vor.

„Die bestehende Informationsasymmetrie zwischen Medienintermediären und ihren Nutzerinnen und Nutzern ist nicht akzeptabel. Als Regulierer engagieren wir uns für ein besseres Transparenzniveau.  Neben unseren Aufsichtstätigkeiten setzen wir auch auf den Austausch zwischen Nutzenden, Anbietern und Medienaufsicht. Ich lade die Anbieter von Medienintermediären ein, sich diesem Austausch anzuschließen,“ sagt Professor Dr. Werner Schwaderlapp, Vorsitzender der Gremienvorsitzendenkonferenz (GVK) der Medienanstalten.

Die Medienanstalten setzen neben der Regulierungstätigkeit in Umsetzung der neuen Bestimmungen des Medienstaatsvertrags auch auf Forschung und den gesellschaftlichen Diskurs. In einem zweistufigen Austausch mit zivilgesellschaftlichen Organisationen hat die GVK die Basis für die Schlussfolgerung gelegt, dass die Bemühungen für mehr Transparenz im Netz verstärkt werden sollten. Die Auswertung einer von der GVK durchgeführten Expertenbefragung mit netzpolitischen Organisationen sowie von schriftlich erbetenen Stellungnahmen von gesellschaftlichen Gruppen identifiziert Handlungsbedarf in vier Bereichen.

  • Die Vielfalt der Bedarfe der Nutzenden ist durch eine Vielfalt an Informationen und Darstellungsformen von Transparenzangaben abzubilden.  
  • Transparenzangaben sollen die Nutzenden in die Lage versetzen, Medienintermediäre zu vergleichen und jenen Intermediär auszuwählen, der ihren Anforderungen am ehesten gerecht wird.
  • Die Vorgänge von Medienintermediären sind aus vielfältiger Perspektive transparent zu machen, um ein breites Verständnis über Ablauf, Ziele und Folgen der Vorgänge zu generieren.
  • Die Möglichkeiten der Nutzenden, beispielsweise durch entsprechende Einstellungen Einfluss auszuüben, sind konkret und leicht auffindbar aufzuzeigen.

Im Einsatz für die Erfüllung dieser Handlungsanforderungen wird die GVK am 22. November 2021 in einen Austausch mit zivilgesellschaftlichen Organisationen und Anbietern von Medienintermediären treten. Die Ergebnisse der Diskussionen werden im Anschluss der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Den Wortlaut der Positionierung der GVK und weitere Informationen über die Tätigkeiten der Gremienvorsitzendenkonferenz (GVK) finden Sie hier: https://www.die-medienanstalten.de/ueber-uns/organisation/gremienvorsitzendenkonferenz-gvk

Neueste Erkenntnisse der Forschung zu Medienintermediären und Meinungsbildung wurden bei den Medientagen München vorstellt. Die Aufzeichnung des GVK Panels Stay alert: Medienintermediäre im Fokus finden Sie hier: https://www.die-medienanstalten.de/veranstaltungen/termin/stay-alert-medienintermediaere-im-fokus

Die aktuellen Ergebnisse der Studie Intermediäre und Meinungsbildung im Rahmen des Medienvielfaltsmonitor der Medienanstalten finden Sie hier: https://www.die-medienanstalten.de/themen/forschung/intermediaere-und-meinungsbildung

 

 


Haben Sie Fragen zu diesem Artikel?

Kontaktieren Sie uns, wir freuen uns, wenn wir ihnen weiterhelfen können.
[kommunikation]@medienanstalt-rlp.de


Weitere Meldungen

Die Medienanstalten |

Themenschwerpunkte der Medienanstalten im Jahr 2023

Weiterlesen
Die Medienanstalten |

Die Entscheidungen der Kommission für Zulassung und Aufsicht (ZAK) der letzten 12 Monate

Weiterlesen
Die Medienanstalten |

DLM dankt Joachim Becker für seine Verdienste für die deutsche Medienaufsicht

Weiterlesen